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Zentrale Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus (27.01.

„Spuren-Erinnern-Mahnen“

Detmold. Unter dem Motto „Spuren-Erinnern-Mahnen“ steht die diesjährige Veranstaltungsreihe am und um den Holocaust-Gedenktag in Detmold. Die zentrale Gedenkfeier am 27. Januar findet um 17 Uhr im Forum des August-Hermann-Francke-Gymnasiums in der Georgstraße 24 statt. Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrganges bereiten seit dem Sommer die Feierstunde vor, in deren Mittelpunkt Schuhe stehen werden: „Die Schuhe stehen als Symbol für Persönlichkeit und Individualität. Sie wurde den jüdischen Opfern spätestens genommen als sie in den Konzentrationslagern ankamen“, erläutert ein Schüler bei der Vorstellung des Programms. Im ehemaligen KZ Auschwitz arbeiten noch heute Konservatoren, die unter anderem alte Schuhe konservieren, damit sie von ihren früheren Besitzern erzählen können. Margrit Bormann ist eine der Konservatoren und ein Zeitungsbericht über ihre Arbeit gab den Anstoß für die Rahmenhandlung der Theatercollage. Eine Kunstausstellung und eine Video-Installation runden die Gedenkfeier programmatisch ab.

Mit einem Vortrag über das Werk und das Leben von der Autorin Else Ury, die während des Nationalsozialismus zu den beliebtesten Autorinnen zählte und mit der Reihe „Nesthäkchen“ bekannt wurde, startet die diesjährige Veranstaltungsreihe am Freitag, dem 23. Januar um 19:30 Uhr im Haus Münsterberg. „Mir kann doch nichts geschehen“ glaubte die Jüdin Else Ury, doch auch sie wurde im KZ ermordet. Ein Büchertisch der Stadtbücherei Detmold ergänzt die Veranstaltung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V.

Am 25. Januar findet um 10 Uhr ein Gottesdienst in der evangelisch-reformierten Kirche in Berlebeck statt, der von Konfirmanden im Rahmen von „Erinnern und Gedenken“ gestaltet wird. Am Vorabend des Gedenktages veranstaltet der Detmolder Chor „cantus novus“ am 26. Januar um 19:30 Uhr unter der Leitung von Hermann Jansen ein Gedenkkonzert „Friede auf Erden“ gemeinsam mit Dr. Peter Schütze. Veranstaltungsort ist die Michaelkapelle an der Gedenkstätte der alten jüdischen Synagoge in der Exterstraße 8a.

Das Landesarchiv NRW, Abteilung OWL in Detmold widmet sich am 29. Januar ab 18 Uhr in zwei Kurzvorträgen zum einen den Opfern des Holocaust im öffentlichen Dienst am Beispiel der Bezirksregierungen Minden und Münster und zum anderen der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in der frühen Bundesrepublik. Der Film „Im Labyrinth des Schweigens“ greift diese Thematik auf. Am Montag, dem 2. Februar zeigt die Filmwelt Detmold den Film ab 19 Uhr mit einer thematischen Einführung von Dr. Andreas Ruppert, einem profunden Kenner des Auschwitz-Prozesses in Frankfurt 1963-1965.

Am 3. Februar um 11:30 Uhr lädt noch einmal das August-Hermann-Francke Gymnasium zu einer szenischen Lesung mit dem Hannoverschen Kammerspiel ein: „Ich hätte nie Arzt werden dürfen“ zeigt Auszüge aus den Eichmann- Prozessen. In einer Lesung am 5. Februar mit dem geborenen Detmolder Jan Uplegger und Claudia Schwartz stehen ab 19:30 Uhr im Kleinen Festsaal der Stadthalle die Abschiedsbriefe zwischen Freya und Helmuth James von Moltke im Mittelpunkt. „Außer dem Leben können sie dir ja nichts nehmen“ sind Zeugnisse von großem Mut, Überlebenswillen und strategischen Verstand, aber auch eine große Liebesgeschichte.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet eine Ausstellung in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung im Detmolder Rathaus. „Lichter in der Finsternis“ präsentiert  das Leben und Wirken von Raoul Wallenberg und die Rettung der Budapester Juden 1944/1945 und das jüdische Leben in Budapest in Vergangenheit und Gegenwart. Sie wird am 11. Februar um 18 Uhr von dem Initiator der Ausstellung Christoph Glann eröffnet werden.

Alle Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und das Gesamtprogramm stehen auch unter www.detmold.de. Ansprechpartnerin ist Petra Schröder-Heidrich, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Detmold unter 05231 / 977-646.

Quelle: www.detmold.de