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Geometrie hautnah be-greifen

Geometrietage an der August-Hermann-Francke-Grundschule Detmold

Geometrie ist eine der großen Gelegenheiten, die Wirklichkeit mathematisieren zu lernen. Es ist eine Gelegenheit, an und mit der Wirklichkeit zu lernen und sie zu `be-greifen´. Es ist aber auch ein Thema, welches im Alltag des Mathematikunterrichts leider oft sehr kurz kommt. Die August-Hermann-Francke Grundschule in Detmold hat es sich also zur Aufgabe gemacht, alle zwei Jahre die groß angelegten Geometrietage durchzuführen, an denen die Kinder „ganz viele Matheprojekte machen dürfen“ (Antonia, 4c). Diese Woche war es wieder soweit.

In der Grundschulgeometrie stehen vor allem Handlungserfahrungen und Grunderfahrungen zu einfachen schülerorientierten Begriffen im Vordergrund, weshalb sich die Kinder aktiv mit konkreten Objekten auseinandersetzen müssen. Aus diesem Grund wurden den Kindern in diesen Tagen die Bereiche der Geometrie (Flächen, Körper und Symmetrie) in Form von verschiedenen Spielen, Bastelangeboten und sonstigen Projekten näher gebracht. Dies löst bei den Kindern eine große Begeisterung aus – vor allem, wenn sie mit den selbst erstellten Dingen spielen und diese auch mit nach Hause nehmen können.

Die 1. und 2. Klassen wurden für diese Tage in Kleingruppen eingeteilt; die Gruppensymbole stellten geometrische Formen (Kreis, Dreieck, Quadrat …) dar. In diesen Gruppen zogen sie von Station zu Station, bei welchen sie jeweils zwei Schulstunden in einem Klassenraum verbrachten. Hier wurden durch Spiele, Rätsel und Bastelaufgaben an verschiedenen Lernstationen und einem Parcours auf dem Schulhof die Bereiche der Geometrie auf vielfältige Weise thematisiert. Noel (2c) hat „das Würfelspiel am Computer am meisten gefallen, weil man da die ganze Zeit knobeln musste.“ Julia (2b) dagegen hat der Parcours auf dem Schulhof sehr gefallen, „weil wir da mit dem Rollstuhl fahren mussten und der andere gesagt hat, wo wir lang fahren müssen – nach rechts oder links. Das war richtig cool.“

Den 3. und 4. Klassen wurde die freie Entscheidung zwischen acht Projekten gegeben, von denen sie pro Tag zwei wählen durften. Von „3D-Zeichen“ und „Parkettieren“ über „Würfelnetze“ und „Somawürfel“ bis hin zu „Origami“, „Geobretter bauen“ und einem „Orientierungslauf“ auf dem Schulgelände wurden alle Bereiche der Geometrie abgedeckt – und die Kinder waren überall handelnd aktiv. Besonders die Station mit den Geobrettern hat bei den Kindern großen Anklag gefunden: „Geobrett bauen hat mir am besten gefallen, weil man die Bretter selber schleifen musste und die Nägel reinhauen und weil man mit dem Geobrett coole Formen machen kann.“ (Daniel 4c)  Aber auch die anderen Stationen wie beispielsweise Origami sind bei vielen Kindern sehr gut angekommen. Naemi (4c) hat „Origami besonders gefallen, weil man da aus einem einzigen Blatt Papier ganz viele Figuren und Tiere falten kann, ganz ohne zu kleben.“

Die Schülerinnen und Schüler lernten während dieser Tage also ganz im Sinn von Hans Freudenthals, niederländischer Mathematiker und Wissenschaftsdidaktiker:„Gewiss, man kann auch das Zahlenreich erforschen, man kann rechnend denken lernen, aber Entdeckungen, die man mit Augen und Händen macht, sind überzeugender und überraschender.“ Dies spiegelt sich auch in den Aussagen der Kinder wieder, wenn man beobachtet, wie sie über ihre Lernerfahrungen berichten. „Früher dachte ich zum Beispiel immer, ein Viereck ist ein Viereck, aber das ist ja auch ein Würfel.“ (Elias 2b) Und Rebekka (4c) staunt: „Es gibt 240 Arten einen Soma Würfel zu bauen!!! Das hätte ich niemals gedacht.“ Insgesamt waren alle Schüler mit großer Freude und Motivation durch diese Tage gegangen und haben auf dem Schulhof begeistert über ihre Erlebnisse ausgetauscht. Laureen (4c) sagt am Ende der Tage: „Die Geowoche war sehr schön. Ich fänd es besser, wenn sie noch weiter gehen würde.“  Und Hanna (4c) nimmt sich vor: „Ich werde die Sachen, die wir in den Geometrietagen gemacht haben, auch zu Hause nochmal ausprobieren.“ „Die Geotage waren einfach cool!“ – eine Aussage aus dem Mund vieler Kinder, die an diesen Tagen teilgenommen haben.