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Auschwitz, ein Ort des Grauens

Das Konzentrationslager in Auschwitz ist längst zu einer Pilgerstätte avanciert. Seit vielen Jahren kann man sich dort ein Bild über den entsetzlichen Massenmord der Nazis an Zeugen Jehovas, Sinti und Roma, Homosexuellen und vor allem an mehr als 1 Millionen Juden machen. Im März sind 24 Schüler der 10. Klasse der August-Hermann-Francke-Gesamtschule Detmold im Rahmen einer fünftägigen Studienfahrt in Oswiecim zur Erkundung der Konzentrationslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau in Polen gewesen. Über seine Erfahrungen berichtet der Schüler Lennart Becker:

 „Die Studienfahrt war für uns eine sehr interessante, emotionale aber auch bedrückende Erfahrung. Wir konnten sehr viele neue Inhalte dazu lernen und uns in den Konzentrationslagern ein eigenes Bild über die grausame Vergangenheit und die Folgen des NS-Regimes machen.

Besonders traurig fand ich die Vorstellung, wie schlimm die Zeit wohl für die vielen Tausend Kinder in Auschwitz gewesen sein musste. Als uns erzählt wurde, was für unmenschliche “wissenschaftliche und medizinische“ Versuche an den Kindern durchgeführt wurden und ich einige Bilder von den Kindern gesehen habe, kamen mir fast die Tränen.

In dem Archiv unserer Unterkunft in Polen hatten wir die Gelegenheit, die Themen intensiver zu recherchieren, die uns besonders interessierten. Ich habe mich überwiegend mit den verschiedenen Schicksalen der vielen inhaftierten Kinder beschäftigt und musste feststellen, dass die meisten von ihnen auf eine grausame Art und Weise umgekommen sind.

Einer der bekanntesten und perversesten Wissenschaftler in Auschwitz war der Arzt Josef Mengele. Er ist unter anderem für seine brutalen Sterilisationsversuche und für seine Zwillingsforschungen an Kindern bekannt. Wir hatten außerdem die Möglichkeit, mit Frau Lidia Maksymowicz, eine der letzten noch lebenden Opfer Josef Mengeles, zu reden. Als sie uns über ihre schlimme Vergangenheit in Auschwitz erzählt und uns ihre eintätowierte Häftlingsnummer an ihrem Arm gezeigt hat, konnten wir uns nochmal vor Augen führen, zu welchen grausamen Taten der Mensch in der Lage sein kann.

Da wir eine der letzten Generationen sind, die das Privileg haben sich mit einem Zeitzeugen unterhalten zu können, liegt es auch an uns, dass die grausamen Verbrechen aus der NS-Zeit niemals in Vergessenheit geraten und, dass es in der Menschheitsgeschichte nie wieder zu ähnlichen Grausamkeiten kommt. Denn egal, ob ein Mensch schwarz oder weiß ist, ob er Jude oder Christ ist, ob gesund oder gehandicapt, vor Gott sind wir alle gleich. Gott hat uns nicht dafür geschaffen uns gegenseitig unsere Würde zu rauben und uns über jemand anderen zu stellen nur, weil dieser anders denkt oder anders aussieht.“

 „Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt."                                                                                                 (1 Korinther 12, 13)